Weißt du noch damals…in den 90ern.

Kennt ihr das noch von früher. Man kam von der Schule nach Hause und Mama hörte beim Kochen Musik (zumindest war das bei uns zu Hause immer so). Sie hörte aber immer seltsame Musik und so wirklich konnte man den Musikgeschmack der Eltern nicht wirklich nachvollziehen. Warum zum Teufel hören die immer diesen alten Mist? Warum hören die nicht mal was Neues? Völliges Unverständnis auf Seiten der Kinder.

Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit Freunden auf einem Polterabend bei einigen Bieren darüber. Parties mit Leuten, die in frühen 80er Jahren das Licht der Welt erblickten, enden musiktechnisch nicht selten in einem 90er Jahre Revival-Chaos. Plötzlich hört man Sätze wie “Wisst ihr noch wie wir damals zu dem Lied immer…”. Jungs stehen auf Bänken und freuen sie wie kleine Kinder weil sie bei Hyper Hyper die komplette Liste der aufgezählten DJs auswendig mit schreien können. Mädels liegen sich in den Armen und weinen, weil East17 und New Kids on the Block ja doch einfach die besten waren.

Zwei Tische weiter stehen Menschen, die 199x als Geburtsjahr in ihren Personalausweisen stehen haben (Tatsache, die gibt es wirklich!) und schauen sich fragend an. “Was machen die alle da und was ist das eigentlich für beschissene Musik?” Scooter ist ihnen noch ein Begriff, aber bei den wahren Größen dieser Zeit wie Charlie Lownoise & Mental Theo, Dune oder 2Unlimited steigen sie mit fragenden Blicken aus.

Und plötzlich trifft es dich wie der Tritt eines fetten alten Pferdes (ich kann Pferde nicht leiden, deshalb ist das hier bewusst gewählt). Warum zum Teufel hören die immer diesen alten Mist? Warum hören die nicht mal was Neues? Völliges Unverständnis auf Seiten der Kinder. Wir sind beim Status unserer Eltern angekommen. Wir freuen uns über Musik mit der wir eine tolle und chaotische Zeit unseres Lebens verbinden und wir sind nicht allein. Wenn die Centralstation in Darmstadt zur 90er Trash Pop Party bläßt, dann sind die Tickets innerhalb einer Woche ausverkauft. Und warum? Weil man den ganzen Abend sagen kann “Wisst ihr noch wie wir damals zu dem Lied immer…”. Völlig irre.

(Ich bin nicht auf diesem Trip hängen geblieben. Ich fand das Gespräch einfach nur interessant und kann meine Eltern ein Stück besser verstehen.)

Minus mal Minus gleich Plus.

Heute Morgen: Browser öffnen. Gucken was bei Google+ los ist. Facebook war Platz 2.

Das neue Social Network ist gestartet. Zuerst als geschlossene Beta Version, um die Internetgemeinde ordentlich neugierig zu machen (was gut funktioniert hat). Dann als geschlossene Beta Version mit einer Einladungs-Hintertür in den Beiträgen. Dann wurde die Hintertür gestern für einige Zeit auch wieder geschlossen, dafür war dann aber die normale Anmeldung für Jedermann über http://plus.google.com verfügbar, was aber wiederum nicht lange anhielt. Alles sehr verworren. Das Internet spricht darüber und ich darf es dank einer Einladung meiner Twitter Follower verwenden.

Ich werde euch hier nicht mit all den allgemeinen Fakten nerven, die findet ihr haufenweise auf allen möglichen Blogs zu lesen. Momentan bin ich von einigen Dingen sehr begeistert die sehr simpel sind. Es sind oft die einfachen Dinge, die am meisten begeistern. Klar ist, dass nach Facebook niemand das Rad neu erfinden wird. Wahrscheinlich ist das der Grund warum der Aufbau von Google+ dem Aufbau von Facebook etwas ähnlich sieht. Der “Stream” zentriert und alle anderen Informationen recht und links davon. Das funktioniert.

Die Circles, Kreise, was auch immer sind sehr einfach umgesetzt und funktionieren wirklich per Drag & Drop (wie so vieles). Man kann Facebook genauso gut einschränken, allerdings muss man sich dort ca. zwei Stunden mit den Gruppen auseinandersetzen. Was die meisten Benutzer wohl nicht tun werden.

Die Art mit den “Freunden” umzugehen ist sehr interessant, denn eigentlich ist es eine Mischung aus Facebook und Twitter. Bleiben wir mal bei den Twitter-Bezeichnungen. Ich kann Leuten folgen und sie in Kreise stecken. Wenn mich diese Leute dann zurück folgen könnte man das als “Freund” bezeichnen. Aber irgendwie hat man das Gefühl, dass das Empfinden Leuten folgen zu wollen aus einer anderen Intention kommt. Zum Beispiel weil es Fotografen sind und mich ihre Fotos interessieren. Ich habe mich schon mit Freunden aus dem wahren Leben unterhalten, die sagten “Ich benutze Facebook nur für meine wirklichen Freunde. Ich will nicht mit irgendwelchen fremden Leuten befreundet sein.” Es ist nur eine kleine Bezeichnung, aber anscheinend mit sehr großer Wirkung. Beispielsweise habe ich Martin zu einem Circle (ich benutze Circle und Kreis durcheinander, weil ich mit mir selbst noch nicht einig bin) hinzugefügt, weil ich lesen möchte, was er schreibt. Ich habe ihn noch nie im wahren Leben getroffen und ihn als Freund zu bezeichnen wäre falsch, aber das Problem hat mein bei Google+ einfach nicht.

Für mich persönlich das bisher beste Feature ist die Galerie. Sehr schön animiert. Sehr schön anzuschauen. Die Fotos werden bei Klick wunderbar vergrößert und das Beste…Der Upload kann per Drag & Drop erfolgen. Was für eine wundervolle und einfache Idee. “Neue Fotos hochladen” es erscheint ein Fenster in das ich meine Fotos einfach aus dem lokalen Ordner des Macbooks reinschieben kann. Der Upload wird gleichzeitig auf alle Fotos gestartet. Schnell noch einen Namen für das Album vergeben. Fertig. Mit solchen Kleinigkeiten kann man mich begeistern. Winzige Dinge, die das Leben leichter machen und man vor dem Bildschirm sitzt und denkt “Genial. Wieso ist das vorher noch niemandem eingefallen.”

Ganz klar. Vieles ist, dank neuen Browsern, einfacher geworden und ich habe noch nicht ausprobiert, ob das Drag & Drop auch im Internet Explorer funktioniert. Eigentlich ist mir das aber auch egal, denn Chrome ist schon lange meine Lösung. Man kann nur hoffen, dass Google aus seinen Minusen (Wave, Buzz) gelernt hat und jetzt endlich das Plus raushauen. Stand heute ist Google auf einem guten Weg. Bleibt abzuwarten, mit welchen Neuerungen Facebook nächste Woche um die Ecke kommt.

Das Team von t3n hat euch hier mal eine Liste der kleinen Features zusammengestellt, die das Leben in der Google+ Welt noch ein wenig besser machen. Zum Beispiel: Einzelne Beiträge stumm schalten und keine Benachrichtigungen mehr erhalten.

Sein Google+ Profil zu verlinken ist momentan noch recht hässlich. Der Link ist eine Katastrophe. Auf eisy.eu findet man allerdings eine sehr schöne Anleitung, wie man aus seiner eigenen Domain einen tollen Short-Link zu seinem Google+ Profil basteln kann.

https://plus.google.com/104556678440666064568

wird

http://swblog.me/+

Eine kurze Woche und der Friedhof der Kuscheltiere.

Hallo. Ja, ich lebe noch. Irgendwie bin ich in der letzten Woche nicht zum Schreiben eines Blogeintrages gekommen, also sitze ich an einem späten Sonntagabend auf der Couch. In der Glotze läuft der zweite Teil von Kill Bill und die wahnsinnige Blondine schlachtet sich durch die Welt.

Die letzte Woche war für uns Hessen ja sowieso nur kurz, denn am Donnerstag war irgendein Feiertag, was in einer Fernbeziehung zwischen Darmstadt und Hamburg schon mal zu Verwirrungen führen kann. “Ich melde mich dann morgen Früh mal per SMS, wenn ich ausgeschlafen hab.” – “Wieso ausgeschlafen? Gehst du nicht zur Arbeit?” – “Nein. Es ist doch Feiertag.” – “Ah…in Hamburg nicht. Du Arsch!” Wieder etwas gelernt. Total bescheuert, dass in diesem Land jedes Bundesland mit seinen Feiertagen tun und lassen kann was es will. Da blickt doch ohne Internet kein Mensch durch.

Zusätzlich zu der kurzen letzten Woche kam die Tatsache, dass ich irgendwie nur zur Bettruhe zu Hause war. Vom Locationcheck und Probeshooting meines Hochzeitspaares über die Einladung zu einem Polterabend eines anderen Paares und zum Ende der Woche dann das Fotografieren der Hochzeit, war alles in meiner Woche enthalten. Mir wurde nicht langweilig. Eigentlich ist mir nie langweilig. Ich kenne das Wort nur aus dem Wörterbuch.

Freitag stand die 6 Stunden Hochzeit auf dem Programm. Um 12 Uhr zog ich los in das Naturschutzgebiet Kühkopf, wo auf einem ehemaligen Bauernanwesen geheiratet wurde. Der alte Pferdestall dient dort als Standesamt der anderen Art. Ich mag das sehr. Die Atmosphäre ist großartig und ich durfte ein tolles Paar fotografieren.

Am Wochenende das Abendessen mit der Lieblingsfrau aufgrund des einjährigen Jubiläums. Wir einigten uns darauf, dass es etwas Außergewöhnlicheres werden sollte und suchten uns das Jagdschloss Kranichstein als Location aus. Kommt ein Vegetarier ins Jagdschloss…ach lassen wir das.

Ich muss gestehen, dass es mein erstes Essen in einem Restaurant war, in dem man auf jeder Seite seines silbernen Tellers drei Gabeln und drei Messer vorfindet und man zwischen den Gängen “Grüße aus der Küche” serviert bekommt. Ein Restaurant in dem einem der Kellner ca. 24 verschiedene Aperitife anbietet und diese so schnell runterleiert, dass man einfach “Ich nehm den roten Sekt.” sagt. Ein Restaurant in dem einem vor der Vorspeise ein bisschen Brot gebracht wird (was toll ist) und man sich dann zwischen Butter und Öl und Salz entscheiden muss. Die Frau sagte “Ich nehme Öl und Salz” und dann dreht der Kellner erst richtig auf. “Wir haben spanisches Öl, britisches Öl, türkisches Öl, französisches Öl, portugiesisches Öl. Des Weiteren haben wir Meersalz, Tafelsalz, Salzsalz, Pfeffersalz, hübsches Salz, hässliches Salz.” Ich wusste am Schluss des Monologs schon nicht mehr aus welchem Teil dieser Welt das erste Öl kam und sagte “BUTTER. ICH NEHM BUTTER.” Man kann so etwas durchaus mal machen, allerdings werde ich wohl nicht zu den feinen Pinkeln gehören, die so ein Restaurant wöchentlich besuchen.

Der anschließende Spaziergang zwischen See und Schloss endete an einem bizarren Ort. Plötzlich fanden wir uns am Friedhof der Kuscheltiere wieder. Auf der Rückseite des Schlossgartens waren einige große Kuscheltiere an den Zaun gebunden. Sie schienen dort schon eine längere Zeit verbracht zu haben, denn wirklich frisch sahen die Bärchen nicht mehr aus. Natürlich warf ich einen neugierigen Blick ins Innere des Hofes. Dort ging das bizarre Schauspiel weiter. Kuscheltierköpfe aufgespießt auf hohen Stöcken. Leider werde ich dumm sterben, denn es gab weit und breit kein Schild, kein Zettel, kein Nichts, dass uns Aufschluss über diesen merkwürdigen Ort geben konnte.

Wenn ihr also mal etwas Besonderes mit eurer Herzdame unternehmen wollt, dann fahrt doch einfach mit ihr zum Friedhof der Kuscheltiere.

Außerdem habe ich Lust in diesem Schloss mal eine Hochzeit zu fotografieren. Wenn ihr da etwas planen solltet oder jemanden kennt, der dort heiraten möchte, dann sagt mir Bescheid.

Gelesen: “Mein Lightroom Alltag”

Ich habe das Buch “Mein Lightroom Alltag” von Patrick Ludolph gelesen. Ein richtiges Buch. Aus Papier und so. Aber eigentlich habe ich es nicht gelesen, ich habe es gefressen. Es dauerte 5 Stunden, dann war ich durch und mein Kopf voll. Ich verfolge Paddy und seinen Blog schon seit einiger Zeit und bin von seiner Arbeit als Fotograf sowie von seiner redaktionellen Arbeit in Bezug auf seinen Blog begeistert.

Wer Paddy’s Blog liest und sich seine Tutorial Videos rund um Lightroom schon mal angesehen hat, der weiß, dass Paddy nicht nur Ahnung hat von dem was er tut, sondern das auch noch extrem entspannt an andere weitervermitteln kann. Das ist auch der Grund warum ich (als ein langsamer Leser) so schnell durch dieses Buch geflitzt bin. Es ist einfach sehr gut lesbar und setzt sich gut im Kopf fest.

Wie Paddy im Vorwort seines Buches schreibt gibt es natürlich viele Lightroom Bücher auf dieser Welt, die bestimmt auch alle toll sind. Ich empfehle euch heute dieses Buch, weil es mir genau das gebracht hat, was ich erwartet habe. Viele Dinge wusste ich bereits, aber das was ich noch nicht wusste waren 250 Kleinigkeiten, die den Workflow mit Lightroom noch mal vereinfachen. Gedrückte J-Tasten, gedrücke ALT-Tasten, virtuelle Kopien verbrauchen fast keinen Speicherplatz, weil sie wirklich virtuelle Kopien eines Fotos sind. Ich habe Eselsohren in die wichtigsten Seiten gemacht. Ich habe schon ewig keine Eselsohren mehr in irgendwas gemacht.

Es ist wie bei allen Adobe Produkten. Man kommt auch ohne diese Kniffe weiter, aber wenn man sie kennt, dann machen sie sehr viele Dinge einfacher.

Wenn ihr mit Lightroom arbeitet, dann lege ich euch das Buch ans Herz. Ihr könnt es hier bestellen. Bei der Lieferzeit hat sich Amazon wieder selbst übertroffen. Donnerstag bestellt. Freitag kam die Lieferung. Genau richtig, um meine vierstündige Zugfahrt nach Hamburg zu nutzen.

Wer Lust hat, kann sich hier noch Paddy’s Blogeintrag zum Buch durchlesen.

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